Wie es geht.

Lange nichts mehr gebloggt. Ich musste mir über vieles klar werden. Und es wiederholt sich ja auch nur alles. Jedenfalls bezogen auf die Menschen in meiner Umgebung. Dennoch wurde mir in den vergangenen Monaten einiges klar.

Zum Beispiel, dass ich niemandem etwas schuldig bin. Auch nicht meinem Ex, der sich darauf auszuruhen scheint, dass die Ehe meiner Umorientierung wegen gescheitert sei und das müsste ich jetzt irgendwie ausbaden. Denn nein, Mann, das ist sie nicht. Sondern sie scheiterte daran, dass wir nicht zueinander passten, ich aber die Einzige war, die willens war, das und sich selbst zu hinterfragen. Und ich tat das. Bis. Ins. Mark.

Ich bin meiner Mutter keine Dankbarkeit schuldig, denn sie hat objektiv betrachtet ihren Job einfach nicht so gut gemacht, wie sie glaubt.

Und noch was habe ich gelernt:

Zunehmend ist mir egal, was andere Leute sagen oder denken. Ob es da um Lästermäuler im Schwimmbad geht, die über meinen Hintern in Gejohle ausbrechen, oder um irgendwelche Frauen im Internet, die falsche, wenn auch teilweise plausibel klingende Geschichten über mich in die Welt setzen und sich anonym in meine Ehe einmischen. Und so langsam wird mir auch egal, wer ihnen glaubt und wer mir. Denn das hat mit Fakten nichts zu tun, da geht es nur um Gefühle. Sympathie. Und da kann ich dann eh nichts machen, wenn’s mir nicht gefällt.

Menschen werden mir mit sehr wenigen Ausnahmen zunehmend egal. Sie stören mich höchstens noch, wenn sie mit ihren tiefergelegten Pack-Schleudern die 40 Meter von Kreuzung bis Kreuzung mit 80 Klamotten nehmen, nur um dann mit zwei km/h rechts vor links beachten zu müssen. Oder wenn sie mit ihren Blechschüsseln den ohnehin sehr schmalen Fußweg an der sehr breiten Straße zuparken, nur um keine drei Schritte zum Eingang der Lidl-Filiale laufen zu müssen. Oder wenn sie mir aus purem Stolz nicht einmal mitteilen können, dass ein Familienmitglied verstorben ist. Vielleicht ist das ja nachvollziehbar.

Naja. Jedenfalls ist meine Depression derzeit einigermaßen unverzweifelt. Also nicht so, dass es mich innerlich zerreißt. Ich bin tieftraurig, aber irgendwie beruhigend ruhig dabei. Körperlich ist es auch immer nur der gleiche miese Scheiß, es geht einfach nicht voran. Ich beginne langsam, vieles zu akzeptieren. Und ich habe mich wieder einmal von Twitter getrennt und bin so überzeugt wie nie, dass wir von nun an getrennte Wege gehen.

Ich liebe meine Frau, unsere Kinder und den Hund und genieße jeden Moment, den wir gemeinsam verbringen können. Sie trägt mich auf Händen und ich sie.

Dem Exmann habe ich das gute Verhältnis aufgekündigt und ich bin nun offiziell so richtig mit ihm fertig. Wir sprechen nur noch über Organisatorisches. Ansonsten rede ich mit niemandem über ihn – nur mit den Kindern, wenn sie es brauchen, und dann nur freundlich, konfliktfrei und korrekt.

Also, falls es einen Menschen interessiert, wie es mir geht: Es war schon schlechter.

Kommentar verfassen