Notiz.

Was, wenn Leute, die mich bestens zu durchschauen glauben, völlig daneben liegen?

Was, wenn mein Ziel gar nicht ist, ein Mensch zu sein, der stets umgehend vergessen wird? So angepasst und fehlerfrei, wie manche glauben, dass ich gern wäre. Wie sie selbst tun als wären sie.

Was, wenn es mir egal geworden ist, ob Menschen nach meinem Tod über mich als ihre Urgroßirgendwas sagen, ich sei eine verantwortungslose oder wahlweise moderne Frau gewesen, weil meine Kinder beim Vater leben. Die haben wenigstens etwas zum Reden.

Was, wenn mich die Stalkerei und der offensichtliche Unsinn, den manche über mich zwitschern und deren vermeintliche Selbstzufriedenheit mich nur noch mehr davon überzeugen, was für arme, bedauernswerte, bleiche Wesen sie sind und ich mich inzwischen über ihre erbärmliche Art, mit der sie sich selbst darstellen, amüsiere. Sie alle haben erstaunlich viel gemeinsam, aber das zu analysieren überlasse ich anderen. Eines ist jedenfalls ganz klar: wer falsch Zeugnis redet, sagt mehr über sich selbst als über jedeN andereN.

Ich muss glücklicherweise nicht mit Dreck werfen, um bei jemandem in Erinnerung zu bleiben. Ich bin wie ich bin. Niemand wird verpflichtet, mich zu mögen. Man darf sich auch gern von mir fernhalten. Ich begrüße das sogar sehr.

Ich raste aus, ich schimpfe, fluche, schieße über das Ziel hinaus, beleidige auch mal, bitte um Entschuldigung, schäme mich, übe mich im Umgang mit mir selbst, weil ich mich ständig entwickele, ich baue auf, reiße ein, rede Klartext, höre zu, habe Vorurteile, werfe sie über den Haufen, beschreite Sackgassen und kehre mit letzter Kraft um, bin verletzt, verzage, erhole mich, versuche es immer weiter, einfach immer weiter. Kurz: ich lebe. Und zwar mein Leben und nicht das anderer Personen. Ein Leben, zu dem ich hundertprozentig stehe. Wer das als Schwäche interpretieren möchte, darf das tun. Der oder die hat dann halt keine Ahnung.

Also: jedeR rührt im eigenen Leben, ja? Ich denke, wer sich da so richtig reinkniet und klarsieht, der braucht auch nicht den Dreck anderer, um sich vom eigenen abzulenken.

Ansonsten: immer schön weitermachen.

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