Dieses Twitter.

Meine Frau hatte es vor längerer Zeit bereits in ihrem Blog thematisiert, einige meiner Follower wissen es aber noch nicht. Deshalb gehe ich hier noch mal kurz drauf ein.

Die Sache mit Twitter ist für mich bis auf weiteres vorbei.

Ich habe keine Lust mehr, mir durch ständige Verfügbarkeit aller möglichen und unmöglichen Informationen noch mehr Weltschmerz zu bereiten. Ich will nicht mehr vor jeder noch so banalen Äußerung darüber nachdenken, welche Pissnelke sich jetzt wieder angesprochen fühlen könnte, in deren Leben ich offenbar eine Rolle spiele, die ich gar nicht will. Und ich will nicht mehr, dass die Grenzen zwischen meinem Real Life und Twitter weiter verschwimmen.

Twitter hat mich sehr bereichert. Hat Dinge angestoßen, die reif waren. Hat mir Tommi eingebracht, mein tägliches Antidepressivum. Twitter hat mich über den Tellerrand blicken lassen und mich Begriffe gelehrt, von denen ich ohne es nie erfahren hätte. Twitter hat einige meiner Sichtweisen verändert und mich in mancher Hinsicht reifen lassen. Nicht zuletzt habe ich mein Glück in der Liebe Twitter zu verdanken.

Aber auch einige meiner grauen Haare haben mit Twitter zu tun. Ich habe Fehler gemacht, war zu emotional, manchmal zu offen, zu ehrlich, zu impulsiv, zu engagiert, habe Leuten Platz in meinen Gedanken eingeräumt, die ihn nicht wert sind.

Damit ist seit ein paar Wochen Schluss und das tut gut. Kein permanentes Handypiepen mehr, nicht der nach acht Jahren gewohnheitsmäßige Gedanke, wie ich am besten in Worte fasse, was ich gerade erlebe oder denke. Es ist eine angenehme Ruhe eingekehrt.

Ich bin also weg, aber meine Blogposts werden weiterhin über Twitter angekündigt (gelegentlich mit Passwort, das man per DM erfragen kann), und hin und wieder sehe ich nach, wie es Justus geht oder anderen meiner Allerliebsten.

Passt auf Euch auf. Ihr habt mir viel gegeben. Danke dafür!

Kommentar verfassen