Rückmeldungen.

Sehr selten mal bekomme ich Rückmeldungen zu Dingen, die ich im Blog schreibe oder (häufiger) zu denen, die ich früher twitterte.

Zunächst waren da die negativen Rückmeldungen von Menschen aus meinem früheren Umfeld, die sich oder falsch dargestellt fühlten oder meine Meinung als unrichtig empfanden.

Aber es gab und gibt durchaus auch positive Bemerkungen.

Da bekomme ich geschrieben, dass meine Geschichte jemandem Mut oder Kraft für den eigenen Weg gegeben hat. Oder dass die Geschichte meiner jetzigen Partnerschaft jemanden anrührt. Wir wurden mehrfach „Lieblings-Twitterpaar“ genannt. Es gibt Personen, die sich davon berührt fühlen, vielleicht wie von einem guten Groschenroman. Es gibt Feedback von Menschen, die meine Entscheidungen oder Gefühle zunächst nicht nachvollziehen konnten, mich inzwischen aber länger lesen und jetzt verstehen.

Und sowas tut gut!

Mir ist sehr bewusst, dass ich mich und mein Privatestes hier exponiere. Dass das angreifbar macht, erfuhr ich in den letzten Jahren nur zu deutlich. Und auch, dass ich die Kraft des Geschriebenen und dessen mögliche Konsequenzen immer mal wieder unterschätze.

Fakt ist, dass es noch immer nicht mein Ziel ist, jemanden zu verletzen oder anzuprangern. Deswegen nenne ich keine Namen und wenn man die Umstände nicht ohnehin bestens und aus anderen Quellen kennt, und wenn Menschen sich nicht selbst als diejenigen, um die es zu gehen scheint, offenbaren, können keine Rückschlüsse auf real existierende Personen gezogen werden.

Meine Ziele sind noch immer die gleichen, die ich irgendwann hier schon mal beschrieb: meine Gedanken und Gefühle zu sortieren und zu verarbeiten und die Gedankenwelt anderer, die das lesen möchten, zu bereichern. Und: anderen zeigen, dass es Menschen mit ähnlichen Geschichten gibt; dass man damit nicht allein ist. Das hat mir auch gut getan, besonders am Anfang. Da nahm ich Kontakt auf mit Bisexuellen oder mit lesbischen Frauen, mit Personen, die erst im späteren Leben ihre sexuelle Orientierung veränderten, mit Müttern, deren Kinder überwiegend beim anderen Elternteil lebten. Ich bekam Mut zugesprochen, erlebte, dass nicht ALLE Menschen mich verurteilen und erfuhr, dass auch die furchtbarste und schmerzhafteste Situation irgendwann endet.

Ich bin weder die erste noch die letzte Person, die sowas erlebt. Und dass das Leben weitergeht, jedenfalls bis es zu Ende ist. Dafür bin ich dankbar und das möchte ich weitergeben. Als Multiplikator sozusagen.

Und deswegen mache ich weiter. Unregelmäßig, wie immer. Und durcheinander, weil das Leben nun mal kein Themenpark ist.

Und ich freue mich über Rückmeldungen.

Danke!

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