Ich bin so frei.

Ich habe alte Fotos gefunden. Von mir, als ich etwa 15 und 18 war. Und ich bin überrascht und gleichzeitig bestätigt es mein Gefühl.

Ich war gar nicht dick. Und der ganze Rest stimmte auch nicht.

Ich war nicht zu dick, nicht zu klein, nicht zu dumm, nicht faul, nicht falsch, keine Schlampe, nicht feige, nicht unehrlich, nicht undankbar, nicht verantwortungslos. Ich war und bin nicht wie mein Vater, nicht wie seine Mutter und auch nicht wie meine Mutter.

Ich bin nichts von dem, was jemand in mir sah. Denn jemand sah anscheinend nicht mich, sondern immer nur das eigene Spiegelbild. Und das hat jemandem nicht gefallen. Und deswegen hasste jemand sich selbst und konnte mich nicht lieben, wollte mich aber auch nicht loslassen. Das ist völlig verständlich und dennoch scheiße.

Ich war und bin völlig in Ordnung. Das weiß ich jetzt. Und niemandem gebe ich das Recht, mir etwas anderes einzureden. Es ist nicht mein Job, jemandes Spiegel zu sein, all die Schimpftiraden und Vorwürfe auszuhalten und weiterhin ein glänzendes Bild zurückzuwerfen.

Jemand sollte sich einen eigenen Spiegel zulegen. Ich habe längst gekündigt. Ich bin so frei.

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