Was man sieht und was man sehen will. Ein Rant. 

Es gibt reflektierte Menschen, die neue Eindrücke zulassen, alte Eindrücke, sich selbst und ihre Wahrnehmung hinterfragen und nicht jede neue Information nach flüchtigem Hinsehen in ein bereits vorhandenes Raster pressen. 

Und es gibt Menschen, die behaupten ihr Leben lang, sie würden ihr Kind besser kennen als das Kind sich selbst. Das Bild, das sie sich machen, ist abhängig von der Voreinstellung, dem Raster. Und es ist, was es ist: ein Bild. Mehr nicht. 

Ein Rant.

Ein Blick in den Kleiderschrank der Tochter und des Schwiegersohns genügt, um festzustellen, dass ER ein sehr fleißiger und ordentlicher Mensch ist. Dass eine Geldspenden von Twitterern annimmt, um sich davon einen Hund holen zu können, nachdem sie zuvor alles aufgegeben hat und der alte Hund auch noch starb, ist Beweis dafür, dass sie ein Schnorrer ist; eine, die bettelt und auf Kosten anderer lebt. Bestätigt wird dieser Eindruck dadurch, dass Twitterer jetzt auch noch Kinderspiele, Spielzeug und Bücher schicken mussten. Die Kinder ließ sie natürlich beim Vater, weil sie genau so ein faules und bequemes Schwein ist wie ihr eigener Vater. Die Gene! Und die Tatsache, dass die Ehe der Tochter gescheitert ist, ist ausreichend um sicher zu sein, dass SIE sowieso nicht die Richtige für IHN war. Was man natürlich bereits am Tag der Eheschließung ahnte.

Eine Meinung wie eine deutsche Eiche.

Dass vieles, was man noch viel früher wusste, nie eingetroffen ist, ist kein Gegenargument. 

Man wusste nämlich schon als die Tochter 14 war, dass sie spätestens mit 17 schwanger werden würde. Es gab auch schon einen Plan: sie würde ihre Ausbildung machen und das Kind würde von der Oma großgezogen. Außerdem war schon immer klar, dass die Tochter alkohol- und nikotinabhängig sein würde, schließlich liegt das in ihren Genen. Das sagte man ihr auch schon als Kind. Genau so eine Schlampe wie ihre Oma würde sie werden. Natürlich väterlicherseits. Alles Negative kommt ja von da. Das ergab der Blick in die Schlüpferschublade der Dreizehnjährigen. Die waren nämlich nicht ordentlich zusammengelegt. Igitt! Und das ist ja nur der Anfang!  

Gegenargumente sind also etwas für Weicheier, schließlich liegen die Fakten auf der Hand.

(Das mit dem Schrank war ausnahmsweise sie; das Geldsammeln war eine Idee einer Twitterin, nicht mal dafür ist sie kreativ genug; die Kinder bleiben beim Vater, weil es ihnen dort gut geht und es kommt tatsächlich vor, dass Ehen scheitern und niemand daran „schuld“ ist. Das mit dem Spielzeug- naja, niemand wurde dazu gezwungen, etwas zu schicken und außerdem gibt es vielleicht doch sowas wie Karma und das ist jetzt die Antwort darauf, dass die Frau selbst auch hier und da unterstützt hat, wenn sie konnte. Zum Beispiel in Form von Kinderkleidung für Menschen, die gerade weniger hatten als sie. Oder durch Aktionen Geld zu generieren, mit dem dann Hunde von Obdachlosen geimpft, kastriert und verarztet werden konnten. Oder der Tiertafel eine Caddyladung Futter- und Sachspenden zu liefern. Aber was weiß ich schon. Und außerdem ist das alles gar nix.)

Ja. Diese Tochter ist offensichtlich ein furchtbarer Mensch. Ständig zu viel, oder wahlweise zu wenig. Schon immer. Man könnte glauben, man habe ihr das von Kindesbeinen an beigebracht. Aber das stimmt natürlich alles nicht, nur die pure Undankbarkeit und Boshaftigkeit treiben sie dazu, sich so schlecht über ihre Wurzeln zu äußern. Wo sie doch so eine tolle, unbeschwerte Kindheit hatte. Da muss man gemeinsame Bekannte direkt mal vorwarnen. 

Genau: zu ÄUSSERN. Darum geht’s. Was drinnen los ist, spielt keine Rolle. Was nach außen dringt ist wichtig. Und da ist mit DER ja jetzt kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Und bei ihrer Omma hat sie sich auch schon seit Weihnachten nicht mehr gemeldet. Wissta Bescheid!

Ja, solche Leute gibt’s. Hab ich aber keinen Kontakt mit. 

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