Mein 2016.

Mein 2016 war krass. Und ist es noch. Ein Rückblick. 

Am Anfang des Jahres war ich gerade mehr oder weniger in der neuen Absteige angekommen. Ich vermisste die Kinder, den alten Hund, das alte Leben im eigenen Haus mit Garten, mit einem vom Schlafzimmer getrennten Wohnzimmer, gut schließenden Fenstern, gewohnte Alltagsgegenstände und Freunde.

Ich dachte trotz des Antidepressivums an Selbstmord und ließ mich in die Psychiatrie einweisen. Derweil hütete eine Freundin 4 Wochen lang Hund und Wohnung, machte sich große Umstände und ermöglichte mir dadurch viel. Aus der Psychiatrie twitterte ich viel offenbar recht unterhaltsam über Zimmergenossinnen und Mitpatienten, was mit Favs, schönen Postkarten und Schokolade honoriert wurde. (Danke!)

In 2016 war ich in die Falsche verliebt, liebte, wurde betrogen und verletzt. 

Ich begann mein Leben neu, sammelte mir Möbel und Hausrat neu zusammen, gewöhnte mich an die veränderten Umstände, aber nie an das Vermissen der Kinder. 

Im Mai plante ich eine große Geburtstagsparty mit Freunden, Bekannten, Familie, zwei Bands und einer Frau, die ich nur über Twitter kannte. Die Party war toll, die Frau wuchs mir rasant ans Herz und ich brachte sie am nächsten Tag mal eben 300 km weit nach Hause. Eine Woche später waren wir ein Paar und ich bin mir sicher: sie ist die Richtige. Wir lebten und liebten intensiv, urlaubten, diskutierten, stritten und fanden uns und immer näher zueinander. 

Die meisten Freunde brachen weg, die Familie stellte den Kontakt zu mir ein und ich den zu ihr. 

Mein altes Auto ließ uns während der nächtlichen Fahrt im Dunkeln stehen und als niemand mehr da war, der hätte helfen wollen, half mir diese Frau, die mich fast nur über Twitter und nur seit kurzem im Real Life kannte. Sie war voller Vertrauen in mich und meine Ehrlichkeit. 

Ich sah wieder Licht, arbeitete, wurde krank. In einer Umgebung aus Unverständnis, Aggression und Nachbarschaftsklinsch erholte ich mich nicht und ich floh. 

Die Treffen mit den Kindern wurden weniger schwierig und schmerzhaft, das Vermissen ändert sich wohl nie. 

Ich kündigte die Wohnung, mietete eine neue und ertrage jetzt die willkürlichen Regeländerungen und Ausraster des Vermieters, der mal ein Freund zu sein schien. 

Ich lernte einiges über Naivität und Vertrauen, Freundschaft und Abhängigkeit, Selbstvertrauen und Selbstzweifel, Selbsterhöhung und Aggression und vieles mehr. 

Das war mein Jahr bisher und ich hoffe doch sehr, dass es damit jetzt gut ist. Es war aufregend genug. Es wird dringend Zeit, zur Ruhe zu kommen. 

Allen Leserinnen und Lesern danke ich für ihre Rückmeldungen und  Ermutigungen. Meiner wundervollen Partnerin für Entspannung, Vertrauen, Fürsorge, Hilfe, ihre Liebe und für 1000 andere Dinge, die ich an ihr schätze. 

Allen wünsche ich von Herzen einen guten Rutsch in ein hoffentlich gesundes, glückliches, erfolgreiches und – oh meine Güte, BITTE! – ruhigeres Jahr 2017.

Kommentar verfassen