Kritik per Mail und Ergänzungen.

Gestern Abend bekam ich per Mail eine Reaktion meiner Mutter auf meinen gestrigen Blogpost.
Sie fühlt sich offenbar verleumderisch dargestellt, was natürlich nicht meine Absicht ist und was ich hiermit klarstellen möchte.

In diesem Blog verfolge ich ausschließlich die Absicht, die letzten Jahre, die für meine Familie und mich nicht einfach waren und sind, aufzuarbeiten. Dadurch, dass ich meine Eindrücke und Erfahrungen teile, knüpfe ich Kontakte zu Menschen, die Ähnliches erlebt haben oder auf andere Weise etwas zum Thema beitragen können und möchten. Es tut mir gut, mich mit den Themen zu befassen, sie zu formulieren, mich darüber auszutauschen. Ich kann nicht ausschließen, dass Aussagen über andere Personen subjektiv eingefärbt sind, das sind sie sogar höchstwahrscheinlich. Ich habe meine eigene Meinung über Dinge und Personen, die in meinem Leben eine Rolle gespielt haben und die muss nicht mit den Ansichten anderer übereinstimmen.

In ihrer Mail erinnerte mich meine Mutter an die schönen Zeiten, die wir hatten, obwohl ein Urlaub nicht drin war. Ja, die hatten wir. Wir machten gelegentlich Tagesausflüge und paddelten mit unserem aufblasbaren Kajak auf einem See herum. Wir saßen manchmal mit Joghurt, Obst und Brause im Bett und schauten Filme, vorzugsweise La Boum. Natürlich hatte ich auch Spielzeug und Kleidung; irgendwann sogar ein Keyboard, nur war es eben nicht einfach für meine Mutter, mir diesen Lebensstandard zu bieten. Das war und ist mir bewusst und hat mich geprägt. Oft hatte sie offenbar das Bedürfnis, sich dafür vor mir und anderen zu rechtfertigen. Anscheinend war das auch gestern der Fall. Und das ist eigentlich, was ich mit meinem gestrigen Text ausdrücken möchte. Ich will darstellen, dass das Leben als Alleinerziehende für meine Mutter und als Tochter einer Alleinerziehenden für mich nicht leicht war und dass ich mir für meine Kinder eben vieles anders wünsche. Leider haben wir anscheinend ein Kommunikationsproblem, wenn die positiven Aspekte meiner Schilderung nicht wahrgenommen werden.

Es ist mir nicht neu, dass meine Mutter auf Twitter und auch hier mitliest, denn auch ich schlafe nicht auf einem Baum. Ich weiß auch längst, dass der Blog meiner Partnerin gelegentlich von ihr Beachtung findet. Ich finde es schade, dass meine Mutter unter anderem die gestrigen Schilderungen für den Ausdruck meiner Undankbarkeit hält und jede Lebensäußerung meinerseits, ob wie früher per WhatsApp oder jetzt im Blog, zum Anlass nimmt, mit mir abzurechnen. Und so machte sie mir gestern unter anderem klar, dass sie bereits am Tag meiner Eheschließung mit meinem Mann wusste, dass ich nicht die Richtige für ihn sei. Sie erklärte mir auch, dass eine uns beiden bekannte Anwältin ihr bereits angeboten habe, sie bei rechtlichen Schritten gegen mich wegen Verleumdung zu unterstützen. (Übrigens ist Verleumdung auch innerhalb der Familie und im Bekanntenkreis strafbar und auch ich kenne Anwälte.) Auf die weiteren inhaltlichen Punkte der Mail werde ich hier nicht eingehen, da ich es für nicht zielführend halte. Ich nehme an, dass weiterhin jedes meiner Worte, und sei es ein noch so deutliches Friedensangebot, als Angriff wahrgenommen werden wird.

Aber nach einem Friedensangebot ist mir auch schon lange nicht mehr. Die Beziehung zu meiner Mutter ist definitiv kaputt und beendet. Ich habe bereits ihre Telefonnummern geblockt und seit gestern auch alle mir bekannten Mailadressen. Hier und jetzt ziehe ich die Linie nach, die ich bereits vor beinahe einem halben Jahr zog: bis hierher und nicht weiter. Ich nehme keinen Kontakt auf und verbitte mir jegliche Kontaktaufnahme ihrerseits. Mehr als ein „Guten Tag“ auf den Geburtstagen meiner Kinder wird zwischen uns nicht stattfinden.

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