Woher die Kraft kommt.

Und dann sehe ich plötzlich wieder Licht.

Gerade habe ich noch diverse Taschentücher vollgeweint,da bekomme ich eine liebevolle Nachricht von meiner Liebsten. Als hätte sie geahnt, was mich gerade bewegt. Und dann weiß ich wieder, woher die Kraft kommt.

Ich versuche, mich darauf zu konzentrieren, was gut ist in meinem neuen Leben. Will nicht nur ewig an der Trauer und im Schmerz hängen wie ein verirrter Angelhaken in der Strickjacke einer zufällig vorbeikommenden Spaziergängerin. Dieses Denken funktioniert nicht immer. Es kostet Kraft. (Was für ein Teufelskreis!) Manchmal brauche ich dafür einen Anstoß von außen. Ich habe großes Glück: meine Partnerin schiebt mich an, nicht müde werdend, wann immer ich sie brauche. Es steigt bei genau diesem Gedanken die Angst in mir auf, wie lange sie das wohl noch mitmachen wird, bevor es sie selbst zu viel Energie kostet. Ich dränge ihn mal zur Seite, damit ich weiterschreiben kann.

Wenn meine Gedanken sich verwirren wie Sauerkrautfäden in einem Kochtopf, hilft sie mir dabei, sie zu entwirren und hängt sie säuberlich geordnet und übersichtlich auf. Sie hat die wunderbare Gabe, klarzusehen, wenn ich im Nebel stehe. Sie hält mich fest, wenn ich zu fallen glaube. Wenn ich an mich den Anspruch stelle, funktionieren zu müssen, obwohl ich kaputt bin, holt sie mich aus der Maschinerie und verordnet mir Selbstfürsorge. Wenn ich im Unrecht bin, versteht sie es, mir auf eine Weise den Kopf zurechtzurücken, die mich nicht schwindelig werden lässt. Gehe ich zu hart mit mir ins Gericht, ist sie die Anwältin, die mich vor mir selbst verteidigt.

Ich habe das große Glück, zwei wundervolle Kinder zu haben. Und ich bin außerordentlich glücklich darüber, dass diese wundervolle Frau zu mir gehört. Daraus ziehe ich meine Kraft. Dorthin geht meine Kraft, wenn es mir besser geht.

Danke! Ich liebe Dich!

Eine Zukunft.

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