Freundschaft und Wandel

Die Leute hassen dich, wenn du dich veränderst.

So lautet übersetzt eine Textzeile des Liedes „The Dress“ der Gruppe „Blonde Redhead“.

Und diese Erfahrung mache ich auch gerade.

Ja, ich habe mich verändert und bin noch dabei. Das ist ein Prozess, den einzuläuten dringend nötig und für mein Leben essenziell war. Wer sich nicht verändert, stirbt aus. So gilt es für jegliches Leben auf der Erde und so galt es für mich. Denn ohne eine gewisse Anpassung an die veränderte Situation hätte ich es nicht geschafft. Ich hätte aufgegeben und mich umgebracht, als sich diese Möglichkeit für mich als ernstzunehmender Lösungsansatz darstellte. Was mehrfach der Fall war.

Das ist es wohl, was viele Mitglieder meiner Familie und meines früheren Freundeskreises nicht verstehen. Und ich kann es ihnen kaum verübeln. Vielleicht ginge es mir ähnlich, wäre ich in ihrer Situation und würde die Veränderung eines vertraut geglaubten Menschen beobachten. Ich würde mir lediglich eine gewisse Fehlertoleranz wünschen, denn Fehler habe ich mit Sicherheit gemacht und sie passieren weiterhin. Nicht absichtlich, nicht grob fahrlässig.

Wahrscheinlich bin ich ein wenig egoistischer geworden und weniger berechenbar für andere. Ich nehme meine Bedürfnisse wahr und sorge besser für mich. Ich tue, was meine Seele braucht und was mir gut tut, wenn es möglich ist. Ganz sicher setze ich Grenzen und äußere meine Meinung schonungsloser. Und ich habe bei alldem etwas aufzuholen, muss all das üben. Das ist für den größten Teil meiner Umgebung ungewohnt, für einige sogar unbequem und inakzeptabel. Und diese Menschen distanzieren sich jetzt von mir.

Das ist in Ordnung so. Auch andere Menschen müssen für sich sorgen. Und es ist schmerzhaft, vielleicht nicht nur für eine Seite.

Was ich nicht einsehen kann ist, dass manche frühere Vertraute mir auf ihrem Weg auch noch wehtun, mir Steine in den Weg legen müssen, nachdem sie den Versuch aufgegeben haben, mich zu verbiegen.

Fehler sind menschlich. Veränderungen sind menschlich. Stillstand bringt den Menschen, der sich in einer Krise befindet, um.

Nicht alles, was falsch wirkt, ist es auch- und nicht für jedeN.

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